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Defektes Auto von Privat erworben: Rückgaberecht geltend machen – so funktioniert’s

Meist stellt sich der Mangel an einem Auto erst nach dem Erwerb heraus. Entscheidend ist dann, dass die Gewährleistungsrechte bei einem privaten Kauf nicht ausgeschlossen sind.

Ein kaputtes Fahrzeug wieder zurückgeben

  • Ganz egal ob Sie ein kaputtes Fahrzeug von einer Privatperson oder einem Händler gekauft haben, der Verkäufer muss nach den gesetzlichen Regeln dafür geradestehen, dass das verkaufte Fahrzeug u. a. frei von Sachmängeln ist, vgl. § 433 Abs. 1 BGB.
  • Das bedeutet beispielsweise, dass das Fahrzeug, das Sie erworben haben, zu dem Zeitpunkt Ihres Kaufs die vereinbarte Beschaffenheit haben muss. Eine solche Beschaffenheit ist jedoch in den meisten Fällen bei einem privaten Autokauf nicht vereinbart worden.
  • Ein Sachmangel liegt auch in dem Fall vor, wenn sich die Sache nicht „für die gewöhnliche Verwendung eignet“, vgl. § 434 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 BGB. Ein Sachmangel würde also bedeuten, dass Sie aufgrund von kaputten Bremsen den PKW nicht fahren könnten.
  • Ist die von Ihnen gekaufte Sache mangelhaft bzw. haben Sie ein defektes Fahrzeug erworben, können Sie vom Kaufvertrag zurücktreten. Dann müssen die gegenseitig bereits erbrachten Leistungen rückabgewickelt werden, und Sie können von einem Rückgaberecht Gebrauch machen.
  • Sie müssten zuvor aber, dem Verkäufer gem. § 323 Abs. 1 BGB in der Regel die Möglichkeit zur Nachbesserung geben. Wenn er also bereit ist, das Fahrzeug auf eigene Kosten reparieren zu lassen, müssen Sie ihm die Alternative dazu geben.

Bei Privatkauf – Ausschluss der Gewährleistungsrechte

  • Wenn die Gewährleistungsrechte ausgeschlossen wurden, dann können Sie kein Rückgaberecht geltend machen. Einem gewerblichen Händler ist ein solcher Gewährleistungsausschluss nicht möglich, ein Privatverkäufer kann jedoch davon Gebrauch machen .
  • Bei einem privat gekauften Fahrzeug haben Sie daher höchstwahrscheinlich die „Katze im Sack“ gekauft. Daher ist zu raten, dass Sie das Fahrzeug vor dem Kauf gründlich begutachten.
  • Sind die Gewährleistungsansprüche vorhanden, sollten Sie unbedingt die Frist für deren Geltendmachung beachten. Gem. § 438 Abs. 1 Nr. 3 BGB beträgt sie zwei Kalenderjahre.
  • Wenn der Verkäufer den Mangel bewusst verschwiegen haben sollte, tritt etwas anderes in Kraft. Dann gilt die gewöhnliche Verjährungsfrist, die sich auf 30 Jahre beläuft . Im Zweifel müssten Sie, den verschwiegenen Mangel beweisen können, was sich in der Praxis meist als kompliziert herausstellen dürfte.

Bei einem privaten Fahrzeugkauf gilt es darauf zu achten, ob die Gewährleistungsrechte ausgeschlossen sind oder nicht. Im letzteren Fall sollten Sie das Fahrzeug gründlich inspizieren, bevor Sie sich für den Fahrzeugkauf entscheiden.

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